Objekt des Monats Juli | Fahrrad

Inventarnummer: 2024/0052 / A2
Hersteller: Diamant Fahrradwerke GmbH, Hartmannsdorf
Datierung: 1995
Maße: 1280 mm x 1800 mm x 670 mm

Spätestens im Hochsommer steigen viele Menschen aufs Rad. Für jeden Einsatzbereich gibt es die unterschiedlichsten Fahrradtypen: vom Citybike und Trekkingrad über Rennrad und Mountainbike bis Lastenrad und E-Bike.
Bei unserem Herrenfahrrad 28“ mit klassischem Rahmen handelt es sich um das Modell Topas der Marke Diamant. Es ist bordeauxrot, besitzt eine 7-Gang-Nabe mit Rücktrittbremse, ein Tachometer und ein Rahmenschloss. Vervollständigt wird das Ganze durch einen Rückspiegel für mehr Sicherheit, eine Luftpumpe und eine gut bestückte Werkzeugtasche am Sattel.
Mit Baujahr 1995 ist es das bisher jüngste Rad in unserer Sammlung. Ein Aspekt für die Aufnahme war, dass das Fahrrad fünf Wochen lang in einem Keller im Hochwasser der Mulde im Jahr 2002 stand. Der Vorbesitzer ließ das Rad, nachdem er es vom Schlamm befreit hatte, von einer Fachfirma reparieren.
Im Fahrradpass aus den 1990er Jahren werben die Diamant Fahrradwerke mit „Räder mit Köpfchen“. Das Köpfchen-Logo, Schutzmarke seit 1911/12, ist heute nicht mehr wegzudenken. Seit fast 140 Jahren werden Diamant-Räder produziert – eine Erfolgsgeschichte mit Höhen und Tiefen frei nach dem Credo: „Diamonds are forever“.

Objekt des Monats Juni | Autogymnast

Inventarnummer: 2024/0037 / S7
Erfinder: Dr. med. Georg Müller, Spezialarzt für Orthopädie, Berlin
Hersteller: Kolberger Anstalten für Exterikultur Wilhelm Anhalt GmbH
Datierung: 1905
Maße: Gymnastikgerät: Gürtellänge ca. 1300 mm, Kordellänge: ca. 1780 mm; Karton: ca. 75 mm x 145 mm x 285 mm

Wenn die Temperaturen draußen steigen, zieht es immer mehr Menschen ins Freie. Viele treiben Sport. Das war vor 100 Jahren nicht anders.
Georg Müller, ein Orthopäde aus Berlin, erfindet kurz nach der Jahrhundertwende ein neuartiges Turngerät, das unabhängig von Ort und Zeit immer genutzt werden kann: Der Autogymnast. Er ist einfach anzuwenden und der Körper wird ganzheitlich trainiert. „Der Autogymnast besteht aus einem Gurt, welcher um die Taille geschnallt wird. Seitlich ist je ein Ring angebracht, welcher genau an der Hüfte sitzen muss. … Durch den Ring führt ein elastischer Zug, welcher oben in je einem Handgriff, unten in einem Steigbügel endet.“ Fertig angelegt können unterschiedlichste Übungen durchgeführt werden: Arm- und Beinübungen, Übungen im Liegestütz oder in der Rückenlage.
Schon damals wird angeraten, wenn man den ganzen Tag am Schreibtisch verbringt, die Arbeit kurzzeitig zu unterbrechen, um ein paar leichte Übungen durchzuführen. „Jedenfalls ist es notwendig, ohne beengende Kleidung, ohne Korsett, ohne Überrock … zu üben.“ Der Autogymnast ist in verschiedenen Größen erhältlich – welches der passende ist, kann einer Größentabelle entnommen werden.
Hergestellt wird das Gymnastikgerät von der Wilhelm Anhalt GmbH, Ostseebad Kolberg. Der Apotheker stellt seit 1885 Körperpflegeprodukte her (Cremes, Seifen oder Seesand-Mandelkleie) und verkauft sie an die Kurgäste. Noch heute ist die Marke AOK bekannt – ein Akronym für Anhalt Ostseebad Kolberg.

Objekt des Monats Mai | Mai-Nelke

Inventarnummer: 00/0378-2 / E2
Hersteller: VEB Kunstblume Sebnitz
Datierung: 1970er Jahre
Maße: Durchmesser Blüte: 50 mm, Länge gesamt: 95 mm

„Im wunderschönen Monat Mai, als alle Knospen sprangen …“ dichtete bereits Heinrich Heine. Blumen haben nie nur eine einzige Bedeutung. Sie ändern sich im Laufe der Zeit.
Die rote Nelke gilt heute als ein Symbol des Ersten Mai und der Arbeiterbewegung sowie für Hingabe und Liebe. Das war aber nicht immer so: Im Mittelalter war sie ein Symbol für die Gottesmutter Maria; lange galt die Nelke sogar als Vorbote unglücklicher Ereignisse.
Das Blumentragen zu Festlichkeiten ist nichts Ungewöhnliches. Die junge Arbeiterbewegung nutzt verschiedene Blumen, bis die Festlegung auf die rote Nelke am Ende des 19. Jahrhunderts erfolgt. Die rote Nelke im Knopfloch, weil das Tragen von Fahnen verboten war, wird zum Symbol des Protests und des proletarischen Zusammenhalts. Weitere Symbolkraft gewinnt die Nelke für die Frauenbewegung ab 1911. Bedeutung und Symbolik der Nelke erfahren im 20. Jahrhundert eine wechselvolle Geschichte.
Diese Nelke aus unserem Sammlungsbestand besitzt rote Blütenblätter aus wetterfester Folie sowie einen mit grünem Papier umwickelten Stiel aus Draht und wird sichtbar an das Revers gesteckt.

Objekt des Monats April | Gedenkschrift Gebrüder Weißbach, Chemnitz

Herausgeber: Gebrüder Weißbach, Chemnitz
Druckerei: Tetzner & Zimmer Graphische Kunstanstalt, Chemnitz
Datierung: 1924
Maße: 317 mm x 242 mm X 5 mm
Signatur: Ter P 10.1 Che Geb

„Die fünfzigste Wiederkehr des Gründungstages veranlaßte uns zur Herausgabe einer Denkschrift, die zugleich als kurzer Abriß der Entwickelung des Dampfkesselbaues gedacht ist. Wir bitten unsere Geschäftsfreunde unter verbindlichstem Dank für das uns bisher entgegengebrachte Wohlwollen, der Gedenkschrift eine freundliche Aufnahme zuteil werden zu lassen.“ – so heißt es im Einlegeblatt.
Die Publikation beginnt mit der Vorgeschichte zum Dampfkesselbau, die bereits in der Antike ihren Anfang nahm, bis zu den Erfindungen im 18. und 19. Jahrhundert u. a. von James Watt. Es folgt ein Kapitel zur Gründung des Unternehmens C. Sulzberger & Co. im Jahr 1874 durch Carl Friedrich Sulzberger und Friedrich August Knoth in Flöha. Des Weiteren wird die Entwicklung der Firma in den letzten 50 Jahren beschrieben: Neben diversen Dampfkesseln werden auch Dampf- und Kugelkocher, Heizöfen oder Windkessel produziert. Anerkennung erfährt die Firma durch die Verleihung mehrerer Medaillen auf Industrieausstellungen. Das Unternehmen der Gebrüder Curt und Paul Weißbach in Chemnitz, spezialisiert auf die Herstellung von Rohrleitungs- und Zentralheizungsanlagen, war bestrebt, eine Kesselschmiede ihrem Betrieb anzugliedern. Nach Verhandlungen mit der Dampfkesselfabrik Sulzberger erfolgt 1920 die Gründung der Gebrüder Weißbach, Abt. Carl Sulzberger & Co.
Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich ausführlich mit dem breiten Angebot an Dampfkesseln: Flammrohrkessel, Wasserrohrkessel sowie Abhitzekessel. Diese Kessel finden in verschiedenen Fabriken Verwendung, z. B. in Zement- oder Porzellanfabriken, Hammerschmieden oder in Gaswerken.   
Zum Erhaltungszustand: Der Umschlag des Hefts wellt sich, Wasserflecken sind ebenfalls zu finden – ein Zeichen dafür, dass es in der Vergangenheit zu viel Feuchtigkeit ausgesetzt war, aber dennoch bewahrungswürdig ist.