Archiviert: 22.02.2026

Telefongeschichten – 100 Jahre Wählvermittlung in Chemnitz

Kabinettausstellung im Industriemuseum Chemnitz beleuchtet die Geschichte der Telefonie | 6. Juni 2025 – 22. Februar 2026

Wie klang es eigentlich, wenn vor 100 Jahren in Chemnitz das Telefon läutete? Wer weiß heute noch, welche Aufgabe das „Fräulein vom Amt“ hatte – und wie mühsam es war, überhaupt jemanden ans andere Ende der Leitung zu bekommen?

Die Kabinettausstellung „Telefongeschichten – 100 Jahre Wählvermittlung in Chemnitz“ im Industriemuseum Chemnitz nimmt Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Telekommunikation – von den allerersten Stadtgesprächen im Jahr 1883 bis zur digitalen Gegenwart.

1883 gingen die ersten 68 Telefonanschlüsse in Chemnitz in Betrieb – genutzt ausschließlich von Unternehmen wie der Sächsischen Webstuhlfabrik oder dem Hotel de Saxe. Wer telefonieren wollte, musste sich an die Vermittlung wenden – und das „Fräulein vom Amt“ stellte die Verbindung her. Mit der Eröffnung der ersten automatischen Wählvermittlungsstelle in der Reichsstraße/Stephansplatz am 17. Mai 1925 begann eine neue Ära: Die direkte Nummernwahl hielt Einzug – ein technischer Meilenstein, der das Telefonieren grundlegend veränderte.

Die Ausstellung macht diesen Wandel erlebbar – mit originalen Stadtfernsprechern, frühen Wählscheibentelefonen und Designklassikern, die Erinnerungen wecken und Technikgeschichte greifbar machen. Wer möchte, kann in einem der letzten erhaltenen Fernsprechhäuschen in Sachsen selbst zum Hörer greifen – ein nostalgisches Highlight mit Seltenheitswert.

Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung auch unbekanntere Kapitel der Telefonie: etwa die Rolle der Frauen in den Vermittlungsämtern, das Leben mit Telefonmangel in der DDR oder die Veröffentlichung des ersten deutschen Telefonbuchs, das am 14. Juli 1881 in Berlin erschien.

„Telefongeschichten“ richtet sich an Technikfans ebenso wie an Geschichtsliebhaber, an Neugierige, Nostalgiker und Digital Natives. Sie zeigt eindrucksvoll, wie stark sich unsere Art zu kommunizieren verändert hat – von der Klingel mit Handkurbel bis zum Smartphone in der Hosentasche.

Die Ausstellung ist seit dem 6. Juni 2025 geöffnet und noch bis zum 22. Februar 2026 im Industriemuseum Chemnitz zu sehen. Sie wurde in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Telekommunikation des Fördervereins Industriemuseum Chemnitz e. V. konzipiert.


Industriemuseum Chemnitz, Zwickauer Straße 119, 09112 Chemnitz

Di–Fr, 9–17 Uhr, Sa, So + Feiertag 10–17 Uhr

24., 25., 31. Dezember und 1. Januar geschlossen
Eintritt: im regulären Museumseintritt enthalten
Weitere Informationen: www.industriemuseum-chemnitz.de

Pressekontakt: Almut Hertel / presse@industriemuseum-chemnitz.de

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