Im Rahmen der Ausstellung „Textil?Zukunft!“ zeigt das Industriemuseum Chemnitz ab dem 21. August 2025 Einblicke in die Textilindustrie und -forschung der Chemnitzer Partnerstadt Mulhouse/Frankreich. Die Ausstellung zeigt exemplarisch drei innovative Ansätze aus dem Textilbereich. Nach dem Fokus auf Łódź/Polen ist Mulhouse die zweite Stadt, die näher betrachtet wird.
Das Labor für Textilphysik und -mechanik (LPMT) an der Universität des Oberelsass steht für exzellente Forschung in den Bereichen Faserdesign, Materialcharakterisierung und die Erforschung von ein-, zwei- und dreidimensionalen Textilstrukturen. Es bildet seit über 40 Jahren Ingenieure im Bereich Textiltechnik aus und kooperiert weltweit mit wissenschaftlichen Einrichtungen. Zu sehen sind Entwicklungen für den medizinischen Bereich, wie z. B. eine textile Herzklappe oder Stents.
Das Unternehmen Mitwill produziert Modestoffe und Bekleidungskonfektion von industriellen Anforderungen bis zu Einzelstücken. Das Konzept aus Kreativität, Schnelligkeit und internationaler Zusammenarbeit setzt neue Maßstäbe im Textildesign. Mit mehr als 100 neuen Mustern pro Monat, digitalem Workflow und nachhaltigen Produktionsmethoden zeigt Mitwill, wie modere Textilherstellung ressourcenschonend und zugleich innovativ sein kann. Präsentiert werden Zeichnungen, Muster und Produkte.
Als drittes Projekt wird „La Petite Manchester“ vorgestellt – eine experimentelle Produktionsschule, die Recycling, handwerkliche Fertigung und praxisorientierte Ausbildung miteinander verbindet. Ziel ist es, junge Menschen auf die Anforderungen der modernen Textilindustrie vorzubereiten und gleichzeitig textile Abfälle sinnvoll wiederzuverwerten. Neben Workshopergebnissen werden Beispiele für das Upcycling von Werbetextilien zu sehen sein.
Mulhouse ist eine Stadt, in der Textilien überall präsent sind: in den Museen, in der Ausbildung, in der Forschung und in der Produktion. Ihren Anfang nahm diese Entwicklung 1746, als die erste Textildruckmanufaktur der Stadt den Grundstein für die Entwicklung der Textilindustrie legte. Das schnelle industrielle Wachstum machte Mulhouse im 19. Jahrhundert zum „französischen Manchester“.
Die Deindustrialisierung und globale Entwicklungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben die Industrie der Stadt zwar stark verändert, doch Textilien spielen nach wie vor eine große Rolle. In einem Netzwerk von über 100 Einrichtungen wird an der Weiterentwicklung von Textilien gearbeitet – industriell, künstlerisch, wissenschaftlich und sozial.
„Textil?Zukunft!“ ist ein Projekt des Verbands der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti). Die Ausstellung blickt auf Gegenwart und Zukunft der sächsischen Textilindustrie. Sachsen zählt auch heute noch zu den leistungsfähigsten und innovativsten Textilregionen in Europa, und das können die Gäste auch haptisch erleben. Zahlreiche Produkte aus Chemnitz laden zum Fühlen und Entdecken ein. Mit dabei sind Beispiele von Traditionsunternehmen mit über 100 Jahren Erfahrung aber auch von experimentierfreudigen Start-ups. Die Ausstellung wird durch Satelliten-Präsentationen in der Region, von Crimmitschau bis Oederan, ergänzt.
Mehr Informationen: www.textile-future.eu
Industriemuseum Chemnitz, Zwickauer Straße 119, 09112 Chemnitz
Di–Fr, 9–17 Uhr, Sa, So + Feiertag 10–17 Uhr
24., 25., 31. Dezember und 1. Januar geschlossen
Eintritt: im regulären Museumseintritt enthalten
Weitere Informationen: www.industriemuseum-chemnitz.de
Pressekontakt: Almut Hertel / presse@industriemuseum-chemnitz.de