Archiviert: 11.04.2027

Made in Germany

Industrie und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus.

Kabinettausstellung mit Fotografien von Tomasz Lewandowski

20.03.2026 – 11.04.2027

Eröffnung: 19.03.2026, 19 Uhr

Die Kabinettausstellung „Made in Germany“ richtet den Blick auf Produkte der deutschen Industrie aus den Jahren 1939 bis 1945, gefertigt in Unternehmen, die in das nationalsozialistische Zwangsarbeitssystem eingebunden waren. Im Zentrum stehen Fotografien von Industrieerzeugnissen, die für technischen Fortschritt und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit stehen und zugleich Teil eines Systems systematischer Ausbeutung waren.

Die Fotografien von Tomasz Lewandowski zeigen diese Gegenstände in einer präzisen, sachlichen Bildsprache: technische Geräte, Alltagsprodukte und bekannte Markenartikel erscheinen als ästhetische Artefakte eines historischen Zusammenhangs. Ergänzt werden die Fotografien durch Originalobjekte aus dem Industriemuseum Chemnitz, den Technischen Sammlungen Dresden, dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr, der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin, dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit und dem Industrie- und Filmmuseum Wolfen. Diese Objekte machen den materiellen Bezug zur Geschichte unmittelbar erfahrbar. Hintergrundtexte beleuchten die jeweiligen Unternehmen, die vom Einsatz von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern profitierten und deren Namen vielfach bis heute präsent sind.

Die Ausstellung fragt nach der Geschichte des Labels „Made in Germany“ und nach den wirtschaftlichen wie menschlichen Bedingungen seines Erfolgs. Die industrielle Stärke Deutschlands in der Nachkriegszeit beruhte nicht zuletzt auf Strukturen, technischem Wissen und Produktionskapazitäten, die während der Kriegsjahre ausgebaut wurden. Das System der NS-Zwangsarbeit war dabei ein zentraler Bestandteil der Wirtschaft des „Dritten Reichs“.

Indem „Made in Germany“ diese Objekte fotografisch neu inszeniert, leistet die Ausstellung einen Beitrag zur kritischen Erinnerungskultur. Zugleich schlägt sie eine Brücke in die Gegenwart: Auch heute sind globale Produktionsketten häufig mit prekären Arbeitsbedingungen und ökologischen Belastungen verbunden.

„Made in Germany“ lädt dazu ein, über industrielle Verantwortung, historische Verflechtungen und gegenwärtige Konsumgewohnheiten nachzudenken.


Industriemuseum Chemnitz, Zwickauer Straße 119, 09112 Chemnitz

Di–Fr, 9–17 Uhr, Sa, So + Feiertag 10–17 Uhr

24., 25., 31. Dezember und 1. Januar geschlossen
Eintritt: im regulären Museumseintritt enthalten
Weitere Informationen: www.industriemuseum-chemnitz.de

Pressekontakt: presse@industriemuseum-chemnitz.de

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